Elektronenmikroskopie

Hochauflösende Bildgebung, chemische, kristllographische und mikrostrukturelle Analysen sowie quantitative EPMA-Spurenelementanalyse

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Zentrale Einrichtung für Elektronenmikroskopie

Die Zentrale Einrichtung für Elektronenmikroskopie stellt modernste analytische Elektronenmikroskope für die materialbasierte Forschung und Lehre in den Geowissenschaften am Münchner GeoCenter zur Verfügung. Das Labor deckt ein breites Spektrum verschiedener Analysetechniken ab: z.B. Elektronenrückstreubeugung (EBSD), Kathodolumineszenz (CL), energiedispersive Röntgenspektroskopie (EDXS); fokussierter Ionenstrahl (FIB) sowie Probenvorbereitung (z.B. Ionenverdünnung, Vibrationspolieren, Beschichten, Sputtern).

  1. EDS-Elementkarte prähistorischer mit Zinnober (HgS) gefärbter Textilien (Gleba et al., 2021)
  2. Nanometrische Salzausfällungen aus Experimenten zur Reaktion von vulkanischem Gas und Asche (Casas et al., 2021)
  3. Kathodolumineszenzbild von zoniertem Zirkon; Seybold et al. 2020.
  4. Individuelle Bildbeschreibung optional
  5. Au Mesokristall

EDS-Elementkarte prähistorischer mit Zinnober (HgS) gefärbter Textilien (Gleba et al., 2021)

© Claudia Trepmann

Nanometrische Salzausfällungen aus Experimenten zur Reaktion von vulkanischem Gas und Asche (Casas et al., 2021)

© Claudia Trepmann

Kathodolumineszenzbild von zoniertem Zirkon; Seybold et al. 2020.

© Claudia Trepmann

BSE-Bild von Zwillings-Titanit; (Trepmann et al., 2026a)

BSE-Bild von verzwillingtem Rutil (Ru), eingedrückt durch Granat (Grt); (Trepmann et al., 2026a).

BSE-Bild der Epidot (Ep)-Allanit (Aln)-Apatit (Ap)-Korona um Monazit (Mnz); Hentschel et al. 2022).

EBSD-Karte von schockverzwillingtem Calcit, Impaktbrekzie, Ries, Zwillingsgrenzen sind durch farbcodierte Linien gekennzeichnet (Trepmann et al., 2026b).

BSE-Aufnahme von schockverzwillingtem Calcit, Impaktbrekzie, Ries, Aumühle. Mehrfachzwillingsstrukturen sind farblich gekennzeichnet (Trepmann et al., 2026b).

EBSD-Daten von gebrochenem Titanit (Ttn) mit Zwillingen; (Trepmann et al., 2026a).

EBSD-Daten von zwillingsgebildetem Amphibol (Amp) mit Verformungsbändern und Einschlüssen von zwillingsgebildetem Titanit (Ttn); (Trepmann et al., 2026a).

© Copyright optional

Mesokristalle, zusammengesetzt aus oktaedrischen 44 nm großen Goldnanopartikeln, stabilisiert durch b

© Elena Sturm

Mesokristalle aus kubischen 14-nm-Magnetit-Nanopartikeln, stabilisiert durch Ölsäure (Schlotheuber et al., 2026; Chumakova et al., 2023)

Elektronenmikroskope
(weitere Spezifikationen siehe unten)
Hitachi SU 5000 mit EBSD (Oxford Symmetry S3 CMOS)-, EDXS (Oxford)-, STEM- und CL (mini Gatan)-Ausstattung; BU 133A
FEI Quanta 200 3D, W-Kathode, FIB, FEI Peltier Cryo-Stage, LV, HV, ESEM; BU 133A
ZEISS Auriga, FEG mit EBSD-, EDS-Einrichtungen, FIB; BU 133
Vorbereitung/Beschichtung
EM ACE600 Beschichtung, Sputtern (Leica); BU 133
Ionenverdünnung (Hitachi IM 4000plus); C 236
Vibrationspolieren (Vibromet Bühler); C236
Software
Software für die EBSD/EDXS-Datenerfassung: AZtec, EBSD-Datenverarbeitung: AZtecCrystal, MapsSweeper

Das Hitachi SU 5000 Schottky FE-SEM (angeschafft 2016) kann im Hochvakuum und Niedrig-Vakuum-Modus betrieben werden. Das Hitachi SU 5000 ist ausgestattet mit einem SDD-Detektor 80mm2 (Oxford Technology) für Energie-dispersive Röntgen Spektroskopie (EDS), einem Symmetry Detektor (Oxford Technology) für die Elektronenrückstreubeugungs-Technik (EBSD), sowie einem Gatan CL Detektor zu Kathodolumineszenz-Untersuchungen (CL).

Das ZEISS Auriga Dual Beam Gerät (FEG, Erstinbetriebnahme 2011, angeschafft 2023) ist mit einem Oxford SDD-Detektor 80mm2 (X-Max80 mit X-Stream Pulsprozessor) für Energie-dispersive Röntgen Spektroskopie (EDS) und einem HKL NordlysNano Detektor (Oxford Technology) für die Elektronenrückstreubeugungs-Technik (EBSD) ausgerüstet. Des Weiteren ist das ZEISS Auriga mit einer FIB-Säule Orsay Physics COBRA (54° gekippt) als Teil der CrossBeam Workstation ausgestattet, in dem die Ionen emittiert, beschleunigt, fokussiert und abgelenkt werden. Die FIB-Einheit umfasst einnen Mikro-Manipulator (Kleindiek) und eine ZEISS 80 mm Schleuse. Das Gasinjektionssystem (GIS) ist ein ZEISS 5-fach GIS mit charge compensator.

Die Steuerung und Datenauswertung erfolgt mittels AZtec 3.4 Software (Oxford Instruments).

Das FEI Quanta 200 3D Dual-Beam-System (Wolframkathode, Erstinbetriebnahme 2006, Anschaffung 2023) kann im Hochvakuum-, Niedervakuum- und Umwelt-REM-Modus (ESEM, bis zu 40 mbar und hohe Luftfeuchtigkeit, z. B. unter Wasserdampf) betrieben werden. Letzteres ist besonders wichtig für geobiologische Materialien und ausgasende Proben. Mithilfe eines fokussierten Galliumionenstrahls und eines FEI Omniprobe-Manipulators kann die Probenoberfläche bearbeitet und manipuliert sowie TEM-Proben präpariert werden.

Das DualBeam-Mikroskop ist außerdem mit einem FEI Peltier-Kryotisch (von −25 °C bis +55 °C), einem FEI Heiztisch (bis zu 1000 °C) und einem GATAN-Inertgas-Transfersystem Alto 2100-S (für den Transfer luft- und feuchtigkeitsempfindlicher Proben) ausgestattet. Diese Anordnung ermöglicht die Untersuchung von Proben vor Ort sowohl bei niedrigen als auch bei hohen Temperaturen.

Probenpräparation

Damit Proben mittels des Rasterelektronenmikroskops untersucht und analysiert werden können, müssen diese speziell präpariert werden. Das Labor verfügt über ein breites Spektrum an Präparationsgeräten, wodurch die unterschiedlichsten Proben mit ihren spezifischen Ansprüchen und Fragestellungen bearbeitet werden können.

  1. Individuelle Bildbeschreibung optional

SEM (Hitachi SU 5000) mit EBSD (Oxford Symmetry S3 CMOS)-, EDXS (Oxford)-, STEM- und CL (mini Gatan)-Ausstattung

© Copyright optional

ZEISS Auriga, FEG mit EBSD-, EDS-Ausstattung, FIB

W-Kathode, FIB, FEI Peltier-Kryostufe, LV, HV, ESEM

Ionenverdünnung Hitachi IM 4000plus

EM ACE600 Beschichtungsgerät (Leica)

Elektronenstrahl-Mikrosonde (EMS)-Labor

Raum
EMS-Labor: C 327
EMS-Probenvorbereitung: C 006
Ansprechpartner
Dirk Müller (EMS-Laborleiter), Norbert Grahle (EMS-Probenvorbereitung)
Zugangsbestimmungen
Die Analyse darf nur von geschulten Benutzern durchgeführt werden. Bitte wenden Sie sich an den Laborleiter, wenn Sie eine Schulung benötigen.
Ausstattung des EPMA-Probenvorbereitungslabors
Buehler-Niedriggeschwindigkeitssäge
ATM Saphir 320E Polieren (von Hand)
Logitech PM2A Polieren (automatisiert mit Probenhalter)
Logitech CL50 Polieren (automatisiert mit Probenhalter)
Balzers MED810 Kohlenstoffbeschichter
Anwendung
Vollständige quantitative Punktanalyse oder Kartierung von Elementen von Bor bis Uran. Die Nachweisgrenzen können bis in den unteren ppm-Bereich reichen.
• Hochpräzise Bestimmung der chemischen Zusammensetzung (z. B. Diffusionsprofile, Geothermobarometrie)
• Spurenelementanalyse (z. B. Geochronologie)
• Analyse leichter Elemente (Bor – Fluor)
• Analyse schwerer Elemente (z. B. Seltenerdelemente, Elemente der Platingruppe)
• Bestimmung der Valenzzustände (z. B. Fe2+/Fe3+; S2-/S6+)
Beispiel
Unsere Probenhalter sind sowohl für dicke Schnitte (Stubs) mit einem Durchmesser von 1 Zoll (25,4 mm) und einer maximalen Dicke von 10 mm als auch für standardmäßige, unbedeckte, dünne Schnitte (48 x 28 mm; Gießener Format) geeignet. Bei Probenabmessungen, die von den oben genannten Maßen abweichen, wenden Sie sich bitte an den Laborleiter. Wir bieten eine Auswahl an zusätzlichen Probenhaltern an und können bei Bedarf auch Sondergrößen herstellen. In unserer Einrichtung können wir für Anwender dicke Schnitte (Epoxidharz-Einbettungen) vorbereiten.
Die Proben müssen eine elektrisch leitfähige Oberfläche haben. Elektrisch nicht leitfähige Materialien erfordern eine Kohlenstoffbeschichtung.
Die Probenkammer wird unter Hochvakuum (~5*10-5 Pa) gehalten. Es können nur Proben gemessen werden, die unter den vorherrschenden Druckbedingungen nicht ausgasen.

Unsere Elektronenmikrosonde ist ein Cameca SX 100, ausgestattet mit einer LaB6-Elektronenquelle, 5 WDS-Spektrometern, einem CL-Detektor sowie BSE- und SE-Detektoren. Sie kann zur Messung von Haupt-, Neben- und Spurenelementen in festen Materialien wie Mineralien, Gesteinen, Keramiken und Gläsern verwendet werden. Der Laborleiter ist Mitglied der European Microbeam Analysis Society (EMAS) und der International Association of Geoanalysts (IAG) und nimmt an den G-Probe-Ringversuchen teil, um eine gleichbleibend hohe Datenqualität zu gewährleisten.

  1. Individuelle Bildbeschreibung optional
  2. Elemental mappings for Mg, Fe, Ca and Mn in a garnet. The chemical zoning indicates different growth conditions during the formation of the garnet. Taken from Melnik et al. (2021).

LMU-EPMA-Labor mit einer Cameca SX100-Mikrosonde.

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Elementverteilung von Mg, Fe, Ca und Mn in einem Granat. Die chemische Zonierung weist auf unterschiedliche Wachstumsbedingungen während der Entstehung des Granats hin. Entnommen aus Melnik et al. (2021).